DU DU DA DA NA NA NAH

CRUISE TENTARE

Performance Tour 

Die Route beginnt mit einer Bootsfahrt am Land, führt durch ein Gebirge aus Öltanks und endet in einem Irrgarten aus Treibholz, in dem ein begehbares Aquarium lockt! Mit God‘s Entertainment wird der Wasserweg zum Teil einer surrealen Spiegelwelt, zu einer vielleicht giftigen Schlange, zu einem dubiosen Doppelgänger der „schönen blauen Donau“, der an das Unheimliche und Verdrängte unserer Vorstellungen von (Südost)-Europa erinnert. Tatsächlich ist die Begegnungszone Wasser zugleich Handelsroute und Sehnsuchtsraum, Migrationspassage und Staatsgrenze, Natur und Kanal. Als Mythos und als Möglichkeit schafft sie Routen, denen man folgen kann, verbindet sie die Ströme von Dingen und Wesen, von Öl, Müll, Daten, Schwärmen und Pheromonen. Es sind Wege, die sich mit unerhörten Bewegungen, mit Taktiken der Übersetzung und Überschreitung und mit ungeplanten Begegnungen beschäftigen. Im Donau-Double von God‘s Entertainment fließt alles, auch der Schnaps. 

Installation

Die Route beginnt mit einer Bootsfahrt am Land, führt durch ein Gebirge aus Öltanks und endet in einem Irrgarten aus Treibholz, in dem ein begehbares Aquarium lockt! Mit der dreiteiligen Installation zur Begegnungszone Wasser erschaffen God’s Entertainment einen surrealen Doppelgänger der „schönen blauen Donau“, der an das Unheimliche und Verdrängte unserer Vorstellungen von (Südost)-Europa und den Zusammenhang von Handels- und Migrationsrouten erinnert. 


Mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien | In Koproduktion mit donaufestival 
pics copyright GE / David Višnjić

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Performance Tour 

The route begins with a boat cruise on land, passes through a mountain range of oil tanks, and ends in a maze of driftwood where a walk-in aquarium awaits! With God’s Entertainment, the waterway transforms into a surreal parallel world, into a potentially venomous snake, a dubious doppelganger of the “Blue Danube” that summons our uncanny and repressed notions of (southeastern) Europe. Indeed, the dominion of water is a trade route and place of longing, a migration corridor and national border, nature and sewer. As a myth and speculation, it creates trails to be followed, connects the flows of things and beings, of oil, waste, data, swarms, and pheromones. These paths chart outrageous movements, devise tactics of translation and transgression, and lead to unplanned encounters. In the Danube double by God’s Entertainment, everything flows, also Schnaps. 

Installation

The route begins with a boat cruise on land, passes through a mountain range of oil tanks, and ends in a maze of driftwood where a walk-in aquarium awaits! In their three-part installation about the dominion of water, God’s Entertainment concoct a surreal doppelganger of the “Blue Danube” that summons our uncanny and repressed notions of (south-eastern) Europe and unravels the connections between trade and migration routes.


Supported by MA7  VIenna | In Coproduction with donaufestival
pics copyright GE / David Višnjić

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Der Kremser Stadtpark, einst Donauschwemmland, kurzzeitig Exerzierplatz, seit 1899 Grünanlage, darf jetzt Donau sein. Teilweise wenigstens und mit ein bisschen Fantasie. Diese bringt man als Gast der Wiener Künstlergruppe God’s Entertainment gern mit, wenn man ein wackliges, doch großzügig dimensioniertes Tretmobil besteigt, das, gelenkt und getrieben von den Künstlern selbst, eine kleine Gruppe mit Ach und Krach durch den Park chauffiert und tut, als ob es ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff sei.„Donau, wir kommen!“, hört man über Kopfhörer, aber auch Fakten: etwa wie man Störe fischt oder dass die Donau in ihrem Oberlauf weiblich und im Unterlauf männlich ist. Dazwischen ist sie geschlechtslos, denn das Ungarische hat kein grammatisches Geschlecht. Stimmt eigentlich, denkt man. Aber stimmt es auch, dass Tito sich die Rasierseife ausschließlich mit Donauwasser aufschäumen ließ? Dass die Donau bzw. der Donav jedes Jahr ein Menschenopfer fordert, damit sie/er nicht über die Ufer tritt? 

Nach der Verwirrung die Wahrheit? 

„Confusion Is Next“ ist heuer Motto des Donaufestivals, nach einem Song der Post-Punk-Band Sonic Youth, die das 1983 durchaus positiv meinten: „Chaos is the future, and beyond it is freedom“, heißt es in dem Song: „Confusion is next and next after that is the truth.“ Heute, in dieser entmutigten Zeit, versteht man den Slogan natürlich dystopisch. Doch es ist ein großes Verdienst von God’s Entertainment, dass sie zumindest in der Form ihrer Installation „Du Du Da Da Na Na Nah“, die einen großen Teil des Festivalgeländes prägt, Freude am anarchischen Spaß zeigen, am Schmähtandeln, wie es sich für eine Wiener Gruppe gehört. Da kann man auf Ölfässer (mit der dubiosen Aufschrift „Xenon Supreme Longlife“) klopfen, eine pompöse Marx-Büste belächeln oder an einer Csárda (Dorfschenke) geistige Getränke mit militärisch fundierten Namen wie „Halt!“ probieren. Oder sich über den umweltmäßigen Irrsinn der Kreuzfahrten oder die Ausrottung der Störe belehren lassen. Nicht mit spürbaren Zeigefinger eben, sondern immer mit dem Unterton: Glaubt nicht alles, was sie euch erzählen, aber vielleicht auch nicht alles, was wir euch erzählen. Die Presse / T.K. 



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