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Stadt ist anders?

Wien ist anders?

Saturday, 26.08.2006 05:22 | Archiv > Stadt ist anders? | Comments 0

Wirft ein Zuschauer Geld in die Mütze, so schlägt Performer A den schwarzbemalten Performer B mit einem Baseballschläger zusammen. Die Passanten müssen innerhalb kürzester Zeit die Situation in Spiel (also Kunst) oder Realität einordnen und dementsprechend handeln. (N.J.)


Wien ist anders?

Als Ausgangpunkt der Performance wurden Straßen-Pantomimen als Modell genommen und in den Kontext einer politischen, kulturellen, sozialen Auseinandersetzung inauguriert. Das Pantomimen-Modell, von welchem es ausgehend „Wien ist anders?“ erarbeitet wurde, bedient sich limitierter Kurz-Bewegungen, die von Passanten oder Touristen ausgelöst werden, indem sie ein paar Münzen in einen Hut werfen. In der GE Performance werden diese Bewegungen zu einem choreo- graphischen Kampf ausgebaut. Ein Performer schlägt mit einem Baseballschläger den anderen künstlich schwarz angemalten Akteur. Obwohl die Zuschauer mit freiwilligen Spenden quasi die Künstler unterstützen möchten, nehmen sie unwissentlich einen inszenierten Rassen-Konflikt auf, welcher in der Performance-Form verwirklicht wird. So findet die Thematisierung der besprochenen Problematik im österreichischen Wahlkampf auf etwas andere Weise statt: Integration, die immer wieder anders interpretierte Demokratie, der Fall Ermyas M. vom Ostersonntag 2006.
Die Performance setzt auf die beim Zuschauer mittels der Provokation evozierten Suggestion. Wird der Zuschauer Verantwortung übernehmen? Die Performance verschiebt Denkbares zu Sichtbaren zugunsten der gegenwärtigen Ästhetik eines Theaters und lässt den Zuschauer nicht mehr Zuschauer sondern Performer sein.

Zwei Akteure mischen sich auf dem Wiener Stephansplatz unter die touristenfreundlichen Strassenkünstler und sorgen für Furore. Wirft ein Zuschauer Geld in die Mütze, so schlägt Performer A den schwarzbemalten Performer B mit einem Baseballschläger zusammen. Die Passanten müssen innerhalb kürzester Zeit die Situation in Spiel (also Kunst) oder Realität einordnen und dementsprechend handeln. Die Reaktionen der Zuschauer schwankten zwischen zivilcouragierter Hilfestellung und blutrünstigem Vergnügen.
(Nadine Jessen, dietheater Wien)

Termin: August 2006 Location: Stephansplatz Wien


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