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Radovan Karadžić: King of Comedy

Radovan Karadžić: King of Comedy

Friday, 27.04.2007 15:11 | Archiv > Radovan Karadžić: King of Comedy | Comments 0

erste politische Theaterinszenierung "auf der Suche nach Kriegsverbrechern"


Radovan Karadžić: King of Comedy

Radovan Karadžić gilt als personelle und politische Formation des körperlichen Verschwindens, paradoxerweise einerseits gesucht - andererseits gleichzeitig versteckt. Die patriotischen Prinzipe die teils hinter diesen Einstellungen stehen, ändern sich gleichzeitig durch politische Meinungen der Gesellschaft. Um dies sichtbar und `geheimnislos` zu machen, ist es zwangsweise notwendig, ihn ins physische, für alle Anwesenden sichtbare Leben zu rufen. Persönliche Grenzen und Transzendenz verschwinden: Sein Körper wird sich also nicht mehr mit einer für die Zuseher äußeren Welt konfrontieren, sondern versucht, den äußeren Raum und seine Vergangenheit in seine momentane für alle erkennbare Erscheinung zu integrieren um als substantielle Trans-Formation offenbar zu werden.

Dieses unsichtbare - sichtbar zu machen wird mittels einer performativen Wirklichkeitsdekonstruktion, die sich unter einem psychologischen Befreiungsprozess und einer ethisch-ethnischen Veränderung neu definieren und begreifen lässt, erreicht. Allerdings lässt sich „auf der Suche nach Karadžić“ nicht durch eine dramatische Umwandlung identifizieren bzw. dramaturgisch zerstören.
Das antidramatische Prinzip der Verkörperung verweist also weniger auf ein Identifikationsspiel oder eine theatral(ische) Handlungsentwicklung hin, als auf eine dokumentaristische Dimension einer komplexen Datenbank eines neuen Menschen. Das soll heißen: Um das Spektakuläre einer derartigen Weltordnung zu beweisen und in eine Theatersprache umzusetzen, bedeutet es einerseits die Tätigkeit des Gehirns des neuen Menschen wahrnehmbar und gerecht zu machen und andererseits wie in vorig genannten Paradoxon, den Menschen im 21. Jahrhundert noch physisch unauffindbar zu empfinden und dies zu zeigen.
Diese Wahrnehmungsempfindung ist bisher untransformiert geblieben. So versucht GE auf Basis der zeitlichen Präsenz dieses Falles expressiv zu intervenieren und damit ihre performativen Aspekte über den Prozess Radovan Karadžić mit dem gleichzeitig bestehenden Kontrapunkt der EU (AI, UNO, ect.) intermdial zu inszenieren. Die dabei entstehende sensible Frage nach körperlicher Bewegungsfreiheit und gleichmäßig unbegrenztem Handlungsspielraums beinhaltet einerseits die zentrale Position des Theaters, in welcher sich die interaktive Medienkunst unmittelbar reflektiert, andererseits die `Zukunft des Körpers`, als Plattform für künstlerische Auseinandersetzungen.
So verschwindet jegliche Differenz zwischen realer und virtueller Umgebung, die in diesem Umfeld nicht erfahrbar ist/wird.


Location: dietheater-spiel:platz!, Lothringerstr. 20, 1030 Wien Date / Time: 10.5.2007 Premiere


10-12.5.07 / 15-17.5.07 / 24-26.5.07, je 20.30 Uhr

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