Artikel in der Tiroler Strassenzeitung
Das Spiel ist aus: Wenn am 30. April im Rahmen des Kremser Donaufestivals SpielerInnen fiebrig hinter ihren Joysticks klemmen um die gegnerische Spielfigur auf die Matte zu schicken, dann ist das so real, dass es weh tut.
Bereits zweimal veranstaltete die Wiener KünstlerInnengruppe God´s Entertainment ihre Performance „Fight Club“, in welcher der so oft thematisierte Kreislauf der Gewalt endlich seinen völligen Kurzschluss findet. In Konsolenmanier steuern zwei SpielerInnern anstelle von pixeligen Kreaturen einen Menschen mittels Joystick durch einen Kampf. „Das Spiel wird authentisch gespielt. Es gibt keine Schläge zum Schein. Jeder der Mitwirkenden muss sich über die Konsequenzen seiner Rolle bewusst sein. Sei es als lenkender als auch als ausführender Part. Jeder, auch das zusehende Publikum, wird gezwungen, über sein Eingreifen, bzw. sein Nichteingreifen und Zulassen, Zusehen zu reflektieren“, erklären GE. Für Organisator Boris Ceko sind die BesucherInnen überhaupt zentraler Teil jeder Aktion: „Wir integrieren das Publikum ästhetisch, es ist gleich stark wie der Performer“. Und es bewegt sich ständig auf dem schmalen Grat zwischen Aggressor und Voyeur.
(TER - Tiroler Strassenzeitung)